11.04.2018

Weißenhorn: 800 Liter Kalilauge ausgelaufen

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Achthundert Liter fünfzigprozentige Kalilauge sind am späten Dienstagvormittag kurz vor elf Uhr auf dem Ladehof einer Firma im Weißenhorner Industriegebiet ausgelaufen. Wie die Polizei ermittelte, hatte ein 40-jähriger Lkw-Fahrer beim Verladen einer sogenannten "IBC-Box" - eines mit einem Metallgitter umhüllten Kunststoffbehälters - diesen Container beschädigt. Dem Vernehmen nach soll er die Box mit der Staplergabel angestochen haben. Die Flüssigkeit, die üblicherweise als Reinigungsmittel verwendet wird, lief auf den asphaltierten Boden des Ladehofes aus. Die Feuerwehren aus Weißenhorn und Umgebung sowie die Gefahrguteinheiten des Landkreises Neu-Ulm rückten mit etwa 60 Kräften an; hinzu kamen ein Fachberater des Technischen Hilfswerks, fünfzehn Einsatzkräfte des Rettungsdienstes und mehrere Polizeibeamte. Unter Leitung des Weißenhorner Kreisbrandinspektors Wilhelm Schneider, der von Kreisbrandrat Dr. Bernhard Schmidt und vom Fach-Kreisbrandmeister für Gefahrgut, Dipl.-Chemiker Dr. Michael Ebner, beraten wurde, gingen die Einsatzkräfte zunächst daran, weiteres Auslaufen der Lauge zu verhindern und diese in Behältern aufzufangen. Gleichzeitig wurden vorsorglich die Kanalschächte abgedichtet und Bindemittel ausgebracht. Als eindeutig geklärt war, dass es sich um das verhältnismäßig ungefährliche Reinigungsmittel handelte - es wird in dreißigprozentiger Konzentration als Industriereiniger und stärker verdünnt auch im Haushalt verwendet - konnte das Bindemittel wieder aufgenommen werden. Dann wurde die betroffene Fläche mit viel Wasser abgespült, sodass alles sehr stark verdünnt und damit bedenkenlos in die Kanalisation ablaufen konnte. Die Arbeiten wurden von Experten des Landratsamtes überwacht und mit dem Wasserwirtschaftsamt abgesprochen. Zwei Firmenmitarbeiter, die anfangs in direkter Nähe des auslaufenden Gefahrguts gewesen waren, wurden vorsorglich durch den Notarzt untersucht, konnten aber als unverletzt entlassen werden. Die Höhe des Sachschadens steht laut Polizei noch nicht fest. Von der Polizei Weißenhorn wird derzeit untersucht, ob eventuell gegen arbeitsrechtliche Bestimmungen verstoßen wurde. Der Einsatz war gegen 14 Uhr beendet. Text und Bilder: wis
Mit freundlicher Genehmigung der
Neu-Ulmer Zeitung
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