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Kreisfeuerwehrverband Neu-Ulm

Online Berichte

Mit freundlicher Genehmigung der
Illertisser Zeitung

11.05.2019

Illertissen-Senden-Vöhringen: 3 neue Drehleitern vorgestellt

Bei den mehr als dreitausend Feuerwehreinsätzen im Landkreis Neu-Ulm wurden im vergangenen Jahr fünfzehn Menschen aus höchster Lebensgefahr gerettet, und zwar mithilfe einer Drehleitern. "Schon eine einzige Lebensrettung rechtfertigt jede Investition !" betonte Kreisbrandrat Dr. Bernhard Schmidt bei der öffentlichen Vorstellung der drei neuen Drehleitern, die von den Städten Illertissen, Senden und Vöhringen beschafft wurden.

Alle drei bisherigen Geräte hatten nach jeweils rund dreißig Jahren ersetzt werden müssen. Auf Initiative von Stadt und Feuerwehr Illertissen wurden die Nachbarwehren ins Boot geholt, und Illertissens Stadtkämmerer Markus Weiß, selbst aktiver Feuerwehrmann, übernahm die Ausschreibung für eine Sammelbestellung. Doch nicht nur dieser "Synergieeffekt" brachte Vorteile: Die Zuschüsse pro Drehleiter vom Freistaat Bayern in Höhe von 225000 Euro und vom Landkreis Neu-Ulm mit 135000 Euro wurden dadurch um je zehn Prozent aufgestockt, sodass für jede Stadt anstelle von 360000 Euro nun 396000 Euro heraus kamen. Pro Stadt blieben somit deutlich weniger als 300000 Euro an Eigenleistung übrig. Wie hoch der Rabatt der Herstellerfirmen war, wurde von diesen nicht bekannt gegeben; man kann aber davon ausgehen, dass diese sich durchaus angestrengt hatten, um die Ausschreibung zu gewinnen.

Die Fahrgestelle kamen von Mercedes - Typ MB Atego 1530 F mit 220 kW/300 PS Fahrleistung aus einem 7,7-Liter-Sechszylinder-Euro-6-Dieselmotor. Der feuerwehrtechnische Aufbau einschließlich des 30-Meter-Leiterparks stammt von Magirus. Damit kann bei 12 Metern Entfernung vom Gebäude eine Rettungshöhe von 23 Metern erreicht werden, daher die Typbezeichnung "DLK 23/12". Neu sind die Gelenke, mit denen der oberste Teil des Leiterparks abgewinkelt werden kann. Damit können beispielsweise Stellen hinter einem Dachfirst erreicht werden oder es sind auch Rettungen aus tiefer liegendem Gelände möglich. Neben einer großen Anzahl vorhandener Ausrüstungsgegenstände wurden weitere neu bei der Firma Denzel in Burgrieden beschafft.

Bei der Vorstellung der Fahrzeuge gaben die drei Bürgermeister Jürgen Eisen (Illertissen) , Karl Janson (Vöhringen) und Raphael Bögge (Senden) ihrer Freude über die gelungene Sammelbeschaffung Ausdruck. Es handle sich dabei, so die Bürgermeister, um ein Musterbeispiel guter interkommunaler Zusammenarbeit. Dabei dankten sie besonders dem Illertisser Stadtkämmerer und den drei Kommandanten Erik Riedel (Illertissen), Peter Walter (Senden) und Sven Görmiller (Vöhringen). Diese gaben den Dank weiter an die Teams, die in den einzelnen Feuerwehren vorab über die technischen Details beraten hatten. Markus Weiß sprach von einem "Glücksfall", dass die drei Neubeschaffungen gleichzeitig fällig geworden waren, denn so war eine enge Zusammenarbeit möglich.

Besonders betont wurde auch, dass es sich bei einer Drehleiter keineswegs um ein "Spielzeug", sondern um einen "elementaren Bestandteil der Rettungskette" handelt, wie es der Sendener Bürgermeister ausdrückte. Erik Riedel dankte namens der drei Feuerwehren und freute sich, dass damit "modernste Rettungsmittel für die Bevölkerung" bereit stehen. Seinem Wunsch nach stets unfallfreier Fahrt mit vielen Übungen sowie möglichst seltenen, aber erfolgreichen Einsätzen schlossen sich bei der symbolischen Schlüsselübergabe auch Magirus-Verkaufsleiter Hans-Ulrich Walter und Stephan Ostertag von der Firma Denzel an.

Danach standen alle drei Rettungsfahrzeuge zur Besichtigung und auch für Probefahrten bereit. Hierzu hatte der mittägliche Regen aufgehört, sodass sich bald eine große Menge an Interessenten einfand, um das seltene Ereignis - drei nagelneue baugleiche Drehleitern auf einem Platz - für Fotos und Informationen zu nutzen. Erst gegen sechzehn Uhr rückte die letzte Leiter vom Marktplatz wieder in ihr Gerätehaus ein.

Eine besondere Bitte trug Kreisbrandrat Dr. Bernhard Schmidt in seinem Grußwort vor: Aufgrund der zunehmenden Bauverdichtung in den Städten werde es immer schwieriger, mit der Drehleiter den Einsatzort schnell zu erreichen. Er appellierte daher an alle Autofahrer, die Rettungswege freizuhalten und bat die Städte, diese möglichst deutlich auszuschildern. So könne niemand sagen, er habe "nur schnell parken" wollen, denn die schnelle und richtige Positionierung der Drehleitern sei lebenswichtig.

Text, Bilder und Video: wis

Video und Bildergalerie siehe:

https://www.augsburger-allgemeine.de/illertissen/Feuerwehr-kommt-mit-schwerem-Geraet-auf-den-Illertisser-Marktplatz-id54275866.html


 
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