Zurück Startseite KFV
Feuerwehren im Landkreis Neu-Ulm - Pressearchiv

mit freundlicher Genehmigung der
Neu-Ulmer Zeitung
17. August 2005

Bilder und Text: Wilhelm Schmid

Feuer im Altenheim: Drei Senioren verletzt

Großeinsatz für Feuerwehr und Rettungsdienst

Neu-Ulm(wis).

Großeinsatz für Feuerwehr und Rettungsdienst am gestrigen Abend: Im 2. Stock des Seniorenwohnheims "Albertinum" an der Heinz-Rühmann-Straße war ein Brand ausgebrochen. Drei Senioren wurden leicht verletzt; andere Bewohner wurden von der Feuerwehr mithilfe von Fluchthauben aus dem verrauchten Gebäude gerettet.

Um 20.01 Uhr ging eine Reihe von Notrufen bei der Neu-Ulmer Feuerwehr ein, die außer dem Löschzug Hauptwache auch die Feuerwehr Pfuhl alarmierte. Bei deren Eintreffen, so Einsatzleiter Andreas Thoß, schlugen Flammen aus einem bereits geborstenen Fenster und eine dunkle Rauchfahne stieg in den Abendhimmel. Unter schwerem Atemschutz drangen Feuerwehrleute in den gefährdeten Bereich vor, retteten mehrere Personen, brachten das Feuer unter Kontrolle und stellten Hochdrucklüfter auf, mit denen das Gebäude rauchfrei geblasen wurde. Der Rettungsdienst war mit mehreren Fahrzeugen im Einsatz und versorgte die Geretteten.

Drei Senioren wurden durch Einatmen von giftigen Rauchgasen leicht verletzt, als gestern kurz vor 20 Uhr aus bislang ungeklärter Ursache im zweiten Stock des Seniorenwohnheims "Albertinum" in der Nähe des Dietrich-Kinos ein Brand ausbrach.


Bericht vom 18. August 2005

Implodierter Fernseher löste den Brand aus

Rauchmelder schlugen frühzeitig Alarm und retteten Bewohnern das Leben 50 000 Euro Sachschaden im Albertinum

Neu-Ulm (wis).

"Rauchmelder retten Leben!" Vor wenigen Tagen erst hatte die NUZ wieder einmal auf diese Aufforderung der Feuerwehren hingewiesen, am Dienstagabend wurde die Aktualität des Slogans drastisch unter Beweis gestellt. "Durch die vorhandenen Rauchmelder wurde sehr schnell Alarm ausgelöst", bestätigte der Kommandant der Feuerwehr Neu-Ulm, Andreas Thoß. Dadurch wurde beim Brand im Seniorenzentrum Albertinum größerer Schaden vermieden.

Es hätte ein gemütlicher Fernsehabend im Appartement der Seniorin im zweiten Stock des Wohnheims "Albertinum" werden sollen. Doch dass die Tagesschau so heiße Nachrichten bringen würde, hatte sie nicht gedacht: Als sich die 75-Jährige gerade im Badezimmer aufhielt, implodierte eine Minute nach acht Uhr das Fernsehgerät, und unmittelbar danach stand das ganze Wohnzimmer des Vier-Zimmer Appartements in Flammen. Die Bewohnerin konnte sich vorläufig auf den Flur in Sicherheit bringen, während gleichzeitig hinter ihr das Wohnzimmerfenster durch die Hitze zerbarst.

Schnelle Feuerwehr

Schwarze Qualmwolken verdunkelten den abendlichen Himmel; die Rauchmelder schlugen Alarm, und innerhalb kurzer Zeit gingen bei der Einsatzzentrale der Feuerwehr Neu-Ulm mehrere Notrufe ein, in denen von starker Rauchentwicklung und sich ausbreitendem Feuer im Seniorenwohnheim die Rede war.

Der Löschzug der Hauptwache kam kurze Zeit später an der Einsatzstelle an; die Pfuhler Feuerwehr rückte zur Verstärkung nach und so gingen mehrere Trupps unter schwerem Atemschutz zur Rettung der gefährdeten Bewohner vor.

Nachdem der Schlüssel für eine versperrte zweiflügelige Glastüre im Erdgeschoß nicht schnell genug aufgetrieben werden konnte, blieb den vordringenden Feuerwehrleuten aufgrund der akuten Lebensgefahr für die Senioren nichts anderes übrig, als die Türe durchzuschlagen und durch den nun offenen Türrahmen in den zweiten Stock vorzudringen. Gleichzeitig wurde auch über die Drehleiter zum Balkon neben dem betroffenen Appartement aufgestiegen, und so war der Brandherd schnell unter Kontrolle.

Mehrere Senioren, die ihre Zimmertüren geöffnet hatten und somit durch den Brandrauch gefährdet waren, konnten mithilfe von Fluchthauben über das Treppenhaus in Sicherheit gebracht werden und die weiter vom Brandherd entfernt in ungefährdeten Bereichen wohnenden Heiminsassen wurden gebeten, in ihren Zimmern zu bleiben und die Türen geschlossen zu lassen.

Einsatzleiter Andreas Thoß ließ gleich einen Hochdrucklüfter in Stellung bringen, mit dem der Brandrauch aus dem Haus geblasen wurde. Vor dem Haus hatte sich inzwischen eine ganze Armada von Rettungswagen und Feuerwehrfahrzeugen eingefunden, deren Besatzungen sich um die aus dem Haus gerettenen Senioren annahmen. Zwei Personen im Alter von 74 und 79 Jahren wurden vorsichtshalber ins Krankenhaus gebracht; eine dritte konnte nach ambulanter Behandlung an der Einsatzstelle im Heim bleiben.

Viele Schaulustige

Eine ganze Reihe weiterer Bewohner wurde in den Zimmern vom Rettungsdienst und vom Heimpersonal betreut, nachdem allein schon die Aufregung über das Ereignis Gefahren für Gesundheit und Wohlbefinden der Senioren verursacht hatte. Vor dem Haus und bis hinüber zum "Handelshof"-Parkplatz hatte sich inzwischen eine große Anzahl Schaulustiger eingefunden, die aber dank umfangreicher Absperrmaßnahmen von der Einsatzstelle ferngehalten werden konnten.

Nach Abschluss der Lösch- und Rettungstätigkeiten nahm ein Brandfahnder der Kripo seine Arbeit auf und kam auch schnell zu einem schlüssigen Ergebnis: Der implodierte Fernseher konnte als eindeutige Brandursache festgestellt werden.

Messungen der Feuerwehr mit dem Gasspürgerät ergaben nach Ende der Löscharbeiten, dass keine weitere Gefährdung der Umgebung durch eventuelle Giftgase vorhanden war. Die Schadenshöhe wird von der Kriminalpolizei Neu-Ulm auf etwa 50 000 Euro geschätzt.

Hier stand der Fernseher im Appartement des Seniorenwohnheims "Albertinum", bevor er am Dienstagabend implodierte und einen Zimmerbrand auslöste, in dessen Folge drei Bewohner des Heimes leicht verletzt wurden. Die Wanduhr blieb beim Ausbruch des Brandes um 20.01 Uhr stehen.