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Feuerwehren im Landkreis Neu-Ulm - Pressearchiv

mit freundlicher Genehmigung der
Illertisser Zeitung

22.08.2005

Scheune wird Raub der Flammen

Bild: Wilhelm Schmid

Großer Feuerwehreinsatz am Samstagabend - "Auer Viertel" entgeht Stromausfall

Illertissen (wis).

Großes Aufsehen erregte am Samstagabend der Brand eines Feldstadels in der Nähe der Ortsverbindungsstraße von Illertissen nach Au bei der "Alten Kläranlage". Um 21.16 Uhr gingen bei der Polizei sowie bei der Feuerwehr-Einsatzzentrale Neu-Ulm mehrere Notrufe ein, die das Feuer meldeten.

Unmittelbar danach wurde die Freiwillige Feuerwehr Illertissen alarmiert, die ihren kompletten Fahrzeugpark mit rund dreißig Mann in Marsch setzte. Beim Eintreffen des Löschzuges stand der gesamte Stadel allerdings bereits in Vollbrand, so dass von vornherein klar war, dass an ein unmittelbares Löschen des Brandes nicht mehr zu denken war.

Kreisbrandrat Alfred Raible, Kreisbrandinspektor Dr. Bernhard Schmidt und Kommandant Alfons Birnbrigl waren sich dann auch schnell einig, dass hier ein "kontrolliertes Abbrennen" die einzig richtige Vorgehensweise darstellte. Allein der Stromverteilerkasten, der - wie bei solchen Gebäuden üblich - einige Meter von der Stadelwand entfernt stand, musste mit massivem Wassereinsatz geschützt werden. Nach Aussage eines Mitarbeiters der Lechwerke hätte sonst die Gefahr bestanden, dass das gesamte "Auer Viertel" zeitweise ohne Strom gewesen wäre.

So konzentrierte sich der erste Einsatz mehrerer Strahlrohre auf diesen Verteilerkasten, und damit konnte dort Schaden verhindert werden. Während nun in Zusammenarbeit mit der nachalarmierten Feuerwehr aus Au, die mit zwei Fahrzeugen und fünfzehn Mann anrückte, eine umfassende Wasserversorgung unter anderem vom nahen Mühlbach her aufgebaut wurde, stürzte das brennende Holzgerippe des Stadels unter großem Funkensprühen in sich zusammen. Nun konnte ohne Gefährdung für die Einsatzkräfte damit begonnen werden, die verkohlten Balkenreste abzulöschen, wobei zwischen zwei Nachteilen abzuwägen war: Einerseits bringt ein derartiges Feuer ein hohes Maß an Kohlendioxid-Freisetzung mit sich, andererseits stellen die übrig gebliebenen Brandreste Sondermüll dar, der teuer entsorgt werden muss. So wurde der Holz- und Heuhaufen unter Einsatz von Netzmittel, also niedrigprozentigem Schaum, abgelöscht, und nach etwa eineinhalb Stunden ging der Einsatz seinem Ende entgegen.

Allerdings folgten noch umfangreiche Aufräumungsarbeiten bei der Feuerwehr, die ihre Fahrzeuge wieder einsatzbereit bestücken musste. Der betroffene Landwirt, der erst am Tag zuvor eine große Menge an Heu, allerdings nach eigenen Angaben "knochentrocken", eingebracht hatte, bezifferte den entstandenen Schaden auf rund fünftausend Euro.

Brandstiftung?

Im weiteren Verlauf des Abends übernahm die Kripo die weiteren Ermittlungen, die sich vor allem auf den Verdacht der Brandstiftung konzentrierten, nachdem von Anwohnern berichtet worden war, dass sich in der fraglichen Zeit und auch zuvor immer wieder rauchende Jugendliche im Gelände um den Stadel herumgetrieben hätten.

Bild: Wilhelm Schmid