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Feuerwehren im Landkreis Neu-Ulm - Pressearchiv

mit freundlicher Genehmigung der
Illertisser Zeitung

18.07.2005

Waldbrand fix unter Kontrolle

Landkreis-Feuerwehren übten bei Osterberg den Ernstfall und zeigten perfektes Können

Osterberg-Ingstetten (sar).

Zu einer groß angelegte Waldbrandübung, die in die Bereiche "Mitte" und "Süd" geteilt wurde, rückten die Feuerwehren des Landkreises Neu-Ulm aus, vor allem, um die Ortskenntnis, die Wasserentnahmemöglichkeiten, die Führungsstrukturen und den Funkverkehr zu testen. Insgesamt beteiligten sich zirka 280 Feuerwehrmitglieder an der Großübung, die mit einem enormen Einsatz an Gerät, Ausrüstung und Technik erfolgreich bewältigt wurde.

Mit der Erstalarmierung wurden die Feuerwehren aus Osterberg, Weiler, Kellmünz, Altenstadt und Oberroth in den Waldbereich "Wasenkopf", westlich von Osterberg beordert. Durch die Einweisung von Lotsen erreichten die Feuerwehren in kürzester Zeit das Übungsgelände, an dem sich ein realistisches Übungsszenario bot. Mehrere Nebelmaschinen überzogen das weitläufige, unübersichtliche und teils mit steilen Anstiegen versehene Waldgelände mit dicken Rauchschwaden. Die Einsatzleitung in Osterberg übernahm Kreisbrandinspektor Dr. Bernhard Schmidt zusammen mit den vier Abschnittsleitern Kreisbrandmeister (KBM) Max Kiebele "Osterberg", KBM Benedikt Kramer "Waldsee", KBM Klaus Butterhof "Nord" und KBM Matthias Thuro "Süd".

Erst Gelände erkundet

Nach der Erkundung des Geländes wurden die Einsatzkräfte eingeteilt und zum Einsatzort verlegt. Neben der Orientierung im Wald stellte sich mit der Löschwasserförderung im Waldgebiet eine weitere Herausforderung. Die Erstversorgung sicherten die Tanklöschfahrzeuge und die örtlichen Landwirte mit Vakuumpumpfässern. Im weiteren Verlauf der Übung, die unterhalb der Katastrophenschwelle lag, forderte die Einsatzleitung in der zweiten Alarmierungswelle die Feuerwehren aus Filzingen, Illereichen, Untereichen, Bergenstetten, Dattenhausen, Illertissen, Au, und Buch an.

In der Zwischenzeit waren die im Brandgebiet eingesetzten Feuerwehren längst mit der Löschwasserförderung über lange Strecken beschäftigt. Mit einem beeindruckenden Materialeinsatz wurden drei B-Schlauchleitung (1,6 Kilometer,1,5 Kilometer und 600 Meter lang) aus drei verschiedenen Richtungen an das angenommene Brandgebiet herangeführt. "Wie viele Tragkraftspritzen wir in die langen Schlauchleitungen mit einbauen mussten, um die Druck und Förderverhältnisse stabil zu halten, wussten wir nicht genau, das mussten wir einfach ausprobieren", erläuterte KBM Kramer und freute sich, dass die Wasserförderung auf Anhieb gut geklappt hatte. Des weiteren setzten die Feuerwehren auch einen Waldsee und einen 3000 Liter Faltbehälter zur Wasserentnahme ein. Eine weitere schwierige Problemstellung bot der Funkverkehr. "Wir wissen, dass wir in dem Osterberger Waldstück ein Funkloch haben und weder der Feuerwehrfunk noch Handys zuverlässig funktionieren", betonte Einsatzleiter KBI Schmidt und empfahl, zur Weitergabe von Informationen auf Melder zurückzugreifen. Im Ernstfall würde allerdings eine Relaisschaltstelle zur Verbesserung des Funkwesens eingerichtet werden. Zur Basisversorgung und zur Versorgung von zwei Verletzten, die in die Übung mit einbezogen wurden, war auch das BRK am Übungseinsatz beteiligt. Während der Waldbrandübungsteil zwischen Ingstetten und Oberwiesenbach (dort befanden sich ebenfalls zirka 10 Feuerwehren im Einsatz) aufgrund der einfacheren Gelände- und Anfahrtsverhältnisse längst beendet war, beanspruchte der Übungsteil in Osterberg mit der anschließenden Abschlussbesprechung zirka vier Stunden. "Die Übung ist gut gelaufen, alle Führungsebenen haben sich bewährt, wir haben wesentliche Erkenntnisse aus den Bereichen Funkverkehr, Einsatz von Technik und Gerät sowie Löschwasserversorgung gewonnen", stellte Kreisbrandrat Alfred Raible sichtlich zufrieden fest.