Zurück Startseite KFV
Feuerwehren im Landkreis Neu-Ulm - Pressearchiv

mit freundlicher Genehmigung der
Illertisser Zeitung

12.08.2005

Bei Feuer nicht ins Treppenhaus

Nach der Brandkatastrophe in Berlin: Tipps für das richtige Verhalten im Brandfall

Illertissen (wis).

Der folgenschwere Brand in einem Berliner Wohnhaus mit neun Todesopfern veranlasst die Kreisbrandinspektion des Landkreises Neu-Ulm, einige lebenswichtige Tipps zu richtigem Verhalten bei Bränden in Treppenhäusern herauszugeben.

Eine besondere Gefahr, so wissen Brandschutz-Experten, besteht in solchen Situationen durch den so genannten "Kamineffekt", durch den Hitze und Brandrauch durch das Treppenhaus bis in die obersten Stockwerke vordringen. Wenn nun Hausbewohner die Türen zum verqualmten Treppenhaus öffnen, weil sie sich womöglich auf diesem Weg in Sicherheit bringen wollen, geraten sie gerade dadurch in Lebensgefahr, auch wenn der eigentliche Brandherd weit entfernt ist.

Rettung mit Fluchthaube

Kreisbrandrat Alfred Raible warnt daher: "Die Flucht ins verqualmte Treppenhaus führt geradewegs ins Verderben. Schließen Sie die Wohnungstür wieder und machen Sie sich am Fenster der Feuerwehr bemerkbar." Der bauliche Brandschutz in Deutschland, so versichert der Kreisbrandrat weiter, sei so gut, dass genügend Zeit und Möglichkeiten für die Feuerwehr vorhanden seien, die betroffenen Personen entweder mit Fluchthauben zu retten oder sie über Leitern in Sicherheit zu bringen.

Solche Fluchthauben, die von Feuerwehrleuten unter schwerem Atemschutz zu den Betroffenen mitgebracht werden, dienen dazu, diese für kurze, aber ausreichende Zeit vor den giftigen Rauchgasen zu schützen, so dass sie in Begleitung der Feuerwehr auch verqualmte Räume durchqueren können.

Weitere Sicherheitshinweise der Feuerwehren für solche Notfälle lauten wie folgt:

Halten Sie Treppenhäuser und Flure, auch in Kellern und auf Dachböden so weit als möglich frei von Kinderwagen, Hausrat, Müll und anderen brennbaren Gegenständen.

Installieren Sie Rauchwarnmelder in Ihrer Wohnung. Diese Geräte warnen auch bereits bei Brandrauch, der aus dem Treppenhaus in die Wohnung eindringt. Batteriebetriebene Rauchmelder sind zu verhältnismäßig geringen Preisen im Elektro- oder Bauwaren-Fachhandel erhältlich und können einfach und sicher von Laien angebracht werden. Die Batterien halten erfahrungsgemäß gut ein Jahr lang und die Geräte geben beim Nachlassen der Batterie ein Warnsignal ab, so dass diese rechtzeitig ausgetauscht werden kann.

Wählen Sie sofort den Notruf 112, wenn Sie einen Brand entdecken, und zwar, ohne den Erfolg eigener Löschversuche abzuwarten. Warnen Sie auch Ihre Nachbarn.

Bewahren Sie Ruhe und befolgen Sie die Anweisungen der Feuerwehr.