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Feuerwehren im Landkreis Neu-Ulm - Pressearchiv

mit freundlicher Genehmigung der
Illertisser Zeitung

09.07.2005

Staatsanwalt zu tödlichem Unfall im Silo: Gurt gerissen

Defekter Lederriemen führte offenbar zum Absturz eines Arbeiters aus 25 Metern Höhe Ermittlungen dauern an

Illertissen (bju).

Ein gerissener Lederriemen am Gurtzeug ist nach derzeitigem Erkenntnisstand der Staatsanwaltschaft die Ursache für den tödlichen Absturz eines 25-jährigen Arbeiters im Silo einer Illertisser Mühle vor einem Monat. Unklar ist noch, ob der tödliche Unfall ein gerichtliches Nachspiel haben wird.

Wie berichtet, ist vor einem Monat ein Arbeiter bei Reinigungsarbeiten im Silo einer Illertisser Mühle in die Tiefe gestürzt. Die Feuerwehr hatte den 25-Jährigen aus Oberroth zwar noch aus dem Silo retten können, doch kurze Zeit später war das Unfallopfer seinen schweren Verletzungen erlegen. Die Kriminalpolizei Neu-Ulm hatte die Ermittlungen übernommen, unterstützt wurde sie dabei vom Gewerbeaufsichtsamt und von der Berufsgenossenschaft. Zu klären galt es, wie es zu dem tödlichen Sturz kommen konnte und wie der genaue Unfallhergang war. Fest stand zunächst nur, dass der Arbeiter von einem Kollegen zu Reinigungsarbeiten auf den Boden des rund 30 Meter hohen Silos abgeseilt war. Anfänglich hatte es geheißen, dass der Arbeiter nach Beendigung seiner Arbeiten bereits wieder die Plattform erreicht hatte, das sichernde Geschirr abnahm und danach nach hinten in das Silo kippte. Dann war von einem gerissenen Gurtzeug die Rede, das die Polizei am Unfallort gefunden hat.

Jetzt bestätigt Leitender Oberstaatsanwalt Dr. Johannes Kreuzpointner von der Staatsanwaltschaft Memmingen auf Anfrage der IZ: "Ja, nach derzeitigem Erkenntnisstand ist ein gerissener Sicherungsgurt die Ursache für den Unfall." Der Lederriemen sei Teil der Apparatur, mit der der Arbeiter in das Silo abgelassen und hochgezogen wurde, einer Art Seilwinde.

Material untersucht

Der Sitzgurt des Arbeiters ist ebenso wie Seile, Kurbeln und Mechanik der Gerätschaft genau untersucht worden. Die Staatsanwaltschaft gehe davon aus, dass der Ledergurt riss, als der Arbeiter noch am Seil hing und die Plattform an der Decke des Silos schon fast erreicht hatte. So sei der Mann aus rund 25 Meter Höhe in die Tiefe gestürzt. Die Ermittlungen dauern nach Angaben der Staatsanwaltschaft weiter an. Denn noch sei unklar, ob seitens der Firma ein Verstoß gegen die Verkehrssicherungspflicht vorliege. So werde geprüft, ob das Gurtzeug regelmäßig gewartet und kontrolliert worden sei. Dies müsse ein weiteres Gutachten klären. Dann will die Staatsanwaltschaft entscheiden, ob der tragische Tod des 25-Jährigen ein gerichtliches Nachspiel haben wird.

Einen Abschlussbericht will die Staatsanwaltschaft Memmingen in etwa drei bis vier Wochen vorlegen.