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Feuerwehren im Landkreis Neu-Ulm - Pressearchiv

mit freundlicher Genehmigung der
Illertisser Zeitung

08.08.2005

Text und Bilder: Wilhelm Schmid

Blutiger Sonntag auf den Straßen

Innerhalb kurzer Zeit verunglücken neun Menschen - Zum Teil lebensgefährlich verletzt

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Altenstadt/Buch

Zwei schwere Verkehrsunfälle innerhalb einer halben Stunde überschatteten den gestrigen Sonntagnachmittag: Auf der Autobahn A 7 wurden dabei acht Menschen teilweise schwer verletzt. Einer der Verletzten befand sich in Lebensgefahr. Kurz darauf zog sich ein Motorradfahrer bei einem Sturz nahe Obenhausen komplizierte Wirbelsäulenverletzungen zu. Rettungsdienste, Feuerwehren und Polizei befanden sich bis in den Abend hinein im Großeinsatz.

Kurz vor 15.30 Uhr fuhren ein Mercedes-Kombi und ein VW-Passat auf der Autobahn in Richtung Süden. Wenige hundert Meter vor der Ausfahrt Altenstadt kollidierten sie mit verhängnisvollen Folgen. Der Personenwagen drehte sich mehrfach um die eigene Achse, womit es nochmals zum Zusammenstoß beider Fahrzeuge kam. Dann schleuderten sie direkt an der Hundert-Meter-Tafel vor der Ausfahrt Altenstadt über die rechte Leitplanke hinweg in den bewaldeten Graben und blieben auf dem Dach liegen. Während sich die zwei Insassen des Pkw - zwei Männer im Alter zwischen 60 und 70 Jahren aus dem Raum Braunschweig - selbst befreien konnten, wurden im Kleintransporter zwei der sechs Insassen eingeklemmt. Sie mussten von der Feuerwehr Illertissen unter Einsatz von hydraulischem Rettungsgerät befreit werden. Die Verunglückten sind aus Bad Wörishofen.

Großes Rettungsaufgebot

Nachdem sich herausgestellt hatte, dass insgesamt acht Personen verletzt waren, ließ die Rettungsleitstelle ein Großaufgebot anrücken: Die Besatzungen von sechs Rettungswagen, zwei Notärzte und die Besatzung des Rettungshubschraubers "Christoph 22" aus Ulm mit einem weiteren Notarzt kümmerten sich um die Verletzten. Hinzu kamen ein Leitender Notarzt, ein Organisationsleiter und ein Einsatzleiter Rettungsdienst, die die Verteilung der Verletzten auf diverse Kliniken übernahmen. Sechs Personen hatten nach Aussage des Einsatzleiters die "unfall-typischen" Halswirbel-Schleudertraumata sowie Schnittwunden, Prellungen und Schocks erlitten; eine Frau war mittelschwer verletzt. Ein Mann war aus dem Kombi mit offener Schädelfraktur sowie weiteren schweren Verletzungen geborgen worden. Bei ihm bestand laut Polizei akute Lebensgefahr.

Vier Personen kamen in die Stiftungsklinik Weißenhorn; eine Frau wurde ins Klinikum Memmingen gebracht, und zwei weitere kamen ins Ulmer Bundeswehrkrankenhaus. Dorthin wurde auch der lebensgefährlich verletzte Mann mit dem Hubschrauber geflogen. Eine Notfallseelsorgerin kümmerte sich an der Unfallstelle um die Angehörigen der Verletzten und um Zeugen.

Nach ersten Ermittlungen eines Sachverständigen könnte der Personenwagen beim Wechsel von rechts auf die linke Fahrspur den Kombi geschnitten haben.

Der Verkehr wurde durch die Feuerwehr Illertissen nach Absprache mit der Autobahnpolizei zunächst komplett angehalten; nach dem Abtransport der Verletzten konnte bis zur Bergung der Fahrzeuge teilweise eine Autobahn-Spur freigegeben werden. Der Verkehr in Fahrtrichtung Süden staute sich mehrere Stunden lang, zum Teil bis zu 15 Kilometer. Nach ersten vorsichtigen Schätzungen war an den Fahrzeugen sowie an den Leitplanken insgesamt ein Sachschaden in Höhe von mindestens 80 000 Euro entstanden.

In eine Böschung geflogen

Eine halbe Stunde nach dem Unfall auf der Autobahn ereignete sich ein weiterer schwerer Unfall bei Obenhausen. Auf einen Firmengelände war zwischen zwei Lagerhallenein Motorradtraining im Gange, dessen Teilnehmer offensichtlich auch die Zufahrtsstraße zur Ortsverbindung Illertissen-Buch als Übungsstrecke nutzten. Der Fahrer eines Motorrades wollte vor der Verkehrsinsel an der Straßeneinfahrt abbremsen; aus bisher ungeklärter Ursache gelang ihm dies jedoch nicht, so dass er über die Insel fuhr, mehrere Verkehrszeichen knickte und ein auf der Insel geparktes anderes Motorrad umwarf. Er selbst flog mit seiner Maschine über die Verbindungsstraße hinweg und landete in der gegenüberliegenden Böschung. Dort blieb er mit schweren Wirbelverletzungen liegen.

Er wurde von der Besatzung eines Rettungswagens und einem Notarzt betreut, bis der Rettungshubschrauber "Christoph 32" aus Ingolstadt kam. Alle näher stationierteren Hubschrauber waren im Einsatz. Die Freiwillige Feuerwehr Buch hatte für die Absicherung der Unfallstelle gesorgt.