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Feuerwehren im Landkreis Neu-Ulm - Pressearchiv

mit freundlicher Genehmigung der
Illertisser Zeitung

04.07.2005

"Wertvollste Bürgerinitiative des Landes"

Freiwillige Feuerwehr Untereichen feiert 125-jähriges Gründungsjubiläum Glanzvoller Festakt Kommunen in der Pflicht

Von Illertisser Zeitung Mitarbeiter Armin Schmid

Altenstadt-Untereichen

Mit einem glanzvollen Festakt in der Schulturnhalle in Altenstadt beging die Freiwillige Feuerwehr Untereichen eine große Geburtstagsfeier anlässlich ihres 125-jährigen Gründungsjubiläums. "Unsere Gesellschaft kann auf das Ehrenamt nicht verzichten", stellte der Schirmherr der Jubiläumsfeierlichkeiten, Landrat Erich Josef Geßner, besonders im Hinblick auf die zahlreichen Helfer in den Freiwilligen Feuerwehren fest.

Mit dem zum freudigen Anlass passenden Eröffnungsstück "Feierlicher Marsch" von Leonhard Peischer eröffneten die Aichheimer Musikanten den Geburtstagsreigen. Der Vorsitzende Willi Oster führte durch das Programm. "Gerade der Blick auf die bestens funktionierende und zusammenhaltende Untereichener Wehr zeigt, dass menschliche Anteilnahme und Solidarität sehr tief in unserer Gesellschaft verwurzelt sind." Mit diesen Worten hob Schirmherr und Landrat Erich Josef Geßner die lückenlose, auch soziale Vereinstradition der Untereichener Wehrmänner heraus.

Der Dienst am Mitmenschen, so betonte er, schaffe eine Befriedigung, die durch nichts zu ersetzen sei. Geßner richtete sich auch an das Verantwortungsgefühl der Ausbilder und der Jugendlichen. Er freue sich, dass die Zahl der Mitglieder in den Jugendfeuerwehren anwachse: "Denn neben dem Lehren von Technik und Rettungswesen werden auch Teamwork und Mannschaftsgeist gefördert, so dass die jungen Menschen auch die Werte verantwortungsbewusster Staatsbürger vermittelt bekommen."

Erhöhung der Sicherheit vor Ort

Der Bayerische Landwirtschaftsminister Josef Miller betonte: "Die Freiwilligen Feuerwehren sind die größte und wertvollste Bürgerinitiative unseres Landes." Miller nannte als Zielsetzung der Feuerwehren die Erhöhung der Sicherheit der Menschen vor Ort entgegen der allgemein verbreiteten Kultur des Wegschauens. Für 40 Jahre aktive Dienstzeit ehrte Landrat Erich Josef Geßner den Untereichener Feuerwehrmann Josef Mayer mit dem Feuerwehrabzeichen des Freistaates Bayern in Gold. Besondere Verdienste hatte sich Josef Mayer in über zehn Jahren Tätigkeit als Jugendwart, fünf Jahren stellvertretender Kommandant und zwölf Jahren Feuerwehrführung als örtlicher Kommandant erworben.

Für seine Umsicht und sein Engagement im Feuerwehrbereich und dafür, dass sich die Ausrüstung der Feuerwehr Altenstadt und der sechs Ortsteilwehren während seiner Dienstzeit wesentlich verbessert hat, erhielt Bürgermeister Gustav Schlögel von Kreisbrandrat Alfred Raible die Feuerwehrehrenmedaille in Gold des Bezirksfeuerwehrverbandes Schwaben überreicht.

Bruno Heinisch ehrte Willi Oster, der seit 1977 als Erster Vorsitzender der örtlichen Wehr die Geschicke des Feuerwehrvereines lenkt, mit dem Ehrenkrug der Feuerwehr Untereichen. Kreisbrandrat Alfred Raible machte auch auf landesweite Unzulänglichkeiten für die Feuerwehren aufmerksam. Als eines der Hauptprobleme nannte Raible die Alarmsicherheit während der Arbeitszeit. Zum einen sei der Arbeitsplatz vieler Feuerwehrmitglieder nicht mehr am Ort, zum anderen sinke die Bereitschaft der Arbeitgeber, ihre Mitarbeiter uneingeschränkt freizustellen.

"Kommunen sind gefordert"

"Deshalb erreichen viele Feuerwehren während der Tageszeit nicht die Personalstärke, um eine Schadensbekämpfung effektiv durchführen zu können", erläuterte er. Raible nahm die Kommunen in die Pflicht. Sie hätten die Aufgabe, die Feuerwehren aufzustellen, auszurüsten und zu unterhalten: "Die Kommunen sind gefordert. Sie sollten ihre Mitarbeiter animieren, in der Feuerwehr Dienst zu tun und bei Neueinstellungen, selbstverständlich bei gleicher Eignung, aktive Feuerwehrleute bevorzugen."