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Feuerwehren im Landkreis Neu-Ulm - Pressearchiv


15. August 2004

Text und Bild: Wilhelm Schmid

Brand in Ebersbach


Buch-Ebersbach (wis). Vier wertvolle Pferde, mehrere neuwertige landwirtschaftliche Maschinen und eine vor zwei Jahren neu erbaute Bergehalle fielen in der Nacht zum Sonntag im Bucher Ortsteil Ebersbach einem Großbrand zum Opfer. Mehr als siebzig Feuerwehrleute aus Buch, Illertissen, Nordholz und Obenhausen konnten gegen die Gewalt der Flammen nur wenig ausrichten, da das Feuer erst bemerkt wurde, als die Halle bereits in Vollbrand stand.
Kurz nach ein Uhr nachts wurde ein Autofahrer, der das Dorf durchquerte, auf die Flammen aufmerksam, und fast gleichzeitig hörte ein Anwohner aus der Nachbarschaft ein eigenartiges Krachen, das ihn veranlasste, zum Fenster hinaus zu schauen. Wie Angehörige des Hofbesitzers erzählten, hörten zur gleichen Zeit junge Leute im betroffenen Anwesen selbst einen Knall, "als ob ein Jäger geschossen hätte". Schnell wurde klar, dass die sechzig mal dreißig Meter große Bergehalle in Flammen stand, und zwei Notrufe erreichten unmittelbar nacheinander die Feuerwehr-Einsatzzentrale in Neu-Ulm, die dann Alarm auslöste. Schon beim Eintreffen der ersten Hilfskräfte zeigte sich, dass in der Halle selbst so gut wie nichts mehr zu retten war. Besonders schlimm: Für vier Pferde, darunter ein wertvoller Zuchthengst und ein erst am Abend zuvor eingestelltes Fohlen, kamen alle Befreiungsversuche zu spät. Das Fohlen, so wurde am Morgen danach erzählt, hätte eigentlich die Nacht zusammen mit einigen anderen Pferden auf der Weide verbringen sollen, doch diese vertrugen sich nicht mit dem Nachwuchs und so wurde es über Nacht in den Stall gebracht, der unmittelbar in die Bergehalle eingebaut war. In der Halle befanden sich auch mehrere teure landwirtschaftliche Maschinen, darunter eine Zugmaschine, die so gut wie neu war; ein weiterer Schlepper und eine Rundballenpresse.
Auch der sehr gut koordinierte Einsatz der vier Feuerwehren, die - unterstützt vom Wenderohr auf der Drehleiter - unter Zuhilfenahme zahlreicher Rohre und mit massivem Wassereinsatz einen konzentrierten Löschangriff vortrugen, konnte nicht verhindern, dass die mit Heu und Stroh hoch angefüllte Halle ein Raub der Flammen wurde. Der junge Nordholzer Feuerwehrkommandant Andreas Vogel, der zum ersten Mal seit seiner Amtsübernahme im April dieses Jahres als örtlicher Einsatzleiter agieren musste, fand Unterstützung durch Kreisbrandrat Alfred Raible, den zuständigen Kreisbrandinspektor Dr. Bernhard Schmidt und die Kommandanten der Nachbarwehren. Diese konnten nach etwas mehr als zwei Stunden wieder abrücken und die Einsatzstelle der Ortsfeuerwehr überlassen. Die vorsorglich zur Absicherung der Löscharbeiten alarmierte Besatzung eines Rettungswagens brauchte erfreulicherweise nicht einzugreifen. Unmittelbar danach nahmen Beamte der Kripo-Brandfahndung ihre Arbeit auf; bisher konnte aber über die Ergebnisse der Ermittlungen noch nichts in Erfahrung gebracht werden. Die Höhe des Sachschadens wurde von der Polizei in einer ersten Schätzung mit rund 300000 Euro angegeben; Landwirte, die im Feuerwehreinsatz mit aktiv waren, sprachen allerdings von einer mindestens doppelt so hohen Summe. Im Laufe des Sonntags wurden das restliche Dach und die Tragkonstruktionen der Hallen-Außenwände so weit abgebaut, dass die immer noch glimmenden Strohhaufen auseinandergezogen und endgültig abgelöscht werden konnten. Noch am Sonntagmittag standen Rauchwolken über dem Dorf.

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