Zurück Startseite KFV
Feuerwehren im Landkreis Neu-Ulm - Pressearchiv

mit freundlicher Genehmigung der
Neu-Ulmer Zeitung

24.01.2005

A8: Bus der US-Marines brennt völlig aus


Foto: Thomas Heckmann (www.einsatzfoto.net)

Von Neu-Ulmer Zeitung Redaktionsmitglied Thomas Lützel

Elchingen-Oberelchingen

Eine Sightseeing-Tour nach München hat für 46 US-Elitesoldaten auf Deutschlandbesuch am Sonntagmorgen ein abruptes Ende gefunden. Auf der A\8 am Elchinger Kreuz in Fahrtrichtung München fing der mit Soldaten des United States Marine Corps besetzte Bus plötzlich Feuer und brannte vollständig aus. Verletzt wurde niemand. Der Gesamtschaden beträgt rund 15.000 Euro. Bis zum Eintreffen eines Ersatzbusses wurden die Soldaten von der Freiwilligen Feuerwehr Oberelchingen versorgt und verpflegt.

Wie die Autobahnpolizei Günzburg mitteilt, waren die in Spanien stationierten US-Soldaten zuvor auf einem 14-tägigen Lehrgang in Stuttgart und wollten zum Abschluss einen Ausflug nach München machen. Gegen 7.49 Uhr entwickelte sich plötzlich Rauch im Bereich der Hinterachse. „Die Ursache ist unklar, es lag wohl ein technischer Defekt vor“, sagte gestern ein Polizei-Sprecher auf Anfrage. Alle Passagiere und der Busfahrer konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Vorsorglich wurde der Rettungshubschrauber aus Ulm angefordert, er konnte jedoch wenig später wieder starten.

Zur Brandbekämpfung waren die Feuerwehren aus Ober- und Unterelchingen sowie aus Thalfingen mit einem Großaufgebot von rund 60 Mann und neun Fahrzeugen vor Ort. 16.500 Liter Wasser spritzen die Einsatzkräfte in den brennenden Bus. „Zwischen Elchingen und A8 haben wir sogar noch einen Pendelverkehr mit einem 4.000 Liter fassenden Tanklöschfahrzeug eingerichtet, um Wasser zu holen“, sagte Oberelchingens Kommandant Thomas Flitsch. Dennoch brannte der Bus vollständig aus. Schaden: Knapp 10.000 Euro. Laut Landratsamt Neu-Ulm war eine Umweltgefährdung durch den Brand und die zur Brandbekämpfung eingesetzten Löschmittel nicht gegeben.

Hermann Seitz, Kreisbrandmeister und Kommandant der Thalfinger Wehr, informierte sofort die US-Militärpolizei, da auch persönliche Gegenstände, beispielsweise Dienstausweise, ein Raub der Flammen wurden. Als stellvertretender Kommandant bei der US-Armee am Stuttgarter Flughafen angestellt, organisierte er die schnelle Abwicklung und auch den Ersatzbus, der die Soldaten gegen 13 Uhr wieder zurück nach Stuttgart brachte. Die Zeit bis dahin verbrachten die Marines im Feuerwehrhaus in Oberelchingen. Dort servierten etwa 25 Helfer ein Frühstück mit Kaffee, Tee und frischen Brötchen. „Kurzfristig haben wir die umliegenden Bäckereien geplündert“, sagte Kommandant Flitsch mit einem Schmunzeln. Wie der Feuerwehr-Chef gestern am Rande erzählte, haben er und seine Truppe in solchen Fällen schon beinahe Routine: Vor Jahren hatten sie schon einmal die Insassen eines verunglückten Reisebusses versorgt.

Zur Bergung des Wracks musste die A8 in Fahrtrichtung München für dreieinhalb Stunden komplett gesperrt werden, der Verkehr wurde umgeleitet. Zu Behinderungen kam es nach Angaben der Polizei nicht. Kurz nach 11 Uhr wurde die Fernstraße wieder freigegeben. Am Asphaltbelag, der durch den Brand in Mitleidenschaft gezogen wurde, entstand nach Angaben der Autobahnmeisterei ein Schaden von rund 5.000 Euro.


Foto: Thomas Heckmann (www.einsatzfoto.net)