Zurück Startseite KFV
Feuerwehren im Landkreis Neu-Ulm - Pressearchiv

mit freundlicher Genehmigung der
Neu-Ulmer Zeitung
Montag, 12.02.2001

Einbrecher legen Feuer in Betrieb

Großeinsatz im Neu- Ulmer Industriegebiet ­ Feuerwehr löschte mit Class-A-Schaum
Von unserem Redaktionsmitglied Inge Pflüger

Neu-Ulm/Schwaighofen. Um ihre Spuren zu verwischen, haben Einbrecher am Samstag ein Feuer in einem Firmengebäude in der Messerschmittstraße in Neu- Ulm gelegt und Sachschaden in Höhe von mehr als 100 000 Mark angerichtet. Nur dem raschen Handeln der Feuerwehren ist es zu verdanken, dass der Brand im Industriegebiet schnell unter Kontrolle gebracht werden konnte. Zwei Firmen im Schwaighofer Industriegebiet waren am Samstagabend das Ziel der noch unbekannten Einbrecher: Ein Industrievulkanisation- und ein Raumausstattungsbetrieb. In Letzteren drangen die Einbrecher laut Polizei durch den Keller gewaltsam ein, durchsuchten in den Büroräumen im Erdgeschoss sämtliche Schränke und Spinde nach Bargeld. Damit nicht genug: Sie zerstörten auch teilweise die Einrichtung, Schaden etwa 10 000 Mark. Ob etwas gestohlen wurde, stand gestern noch nicht fest. Die Polizei vermutet, dass die Täter anschließend im ersten Stock des Raumausstattungs-Betrieb Feuer legten, um ihre Spuren zu verwischen. Das gesamte Büro einschließlich der Computerausstattung wurde durch die Flammen vernichtet, ebenso wurde der angrenzende Ausstellungsraum in Mitleidenschaft gezogen.

Feuer unterm Dach
Gegen 21.40 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert. Die Flammen loderten bereits aus dem Obergeschoss, als die Wehr wenige Minuten später unter Leitung von Kommandant Stephan Rudolph eintraf. 80 Einsatzkräfte mit zwölf Fahrzeugen aus der Neu- Ulmer Hauptwache, aus Ludwigsfeld und Pfuhl waren vor Ort. Mit einem gezielten Löschangriff über den Teppenraum und die Drehleiter, hatten die mit Atemschutz ausgerüsteten Löschtrupps den Brand in kürzester Zeit unter Kontrolle. Die Nachlöscharbeiten dauerten bis 1 Uhr. Bei diesem Brand setzte die Neu-Ulmer Wehr nach den Worten von Stephan Rudolf erstmals das neue Löschsystem `Class-A-Schaum` ein. Dabei handelt es sich um ein spezielles Schaummittel für Feststoffbrände, das dem Löschwasser beigemischt wird. "Die Löscheffektivität des Wassers wird damit ums vierfache erhöht", sagte Rudolph.
Die Brandexperten der kriminalpolizei Neu- Ulm nahmen noch in der Nacht die Ermittlungen auf. Sie hatten keinen Zweifel, dass der Brand vorsätzlich gelegt worden ist. Eine konkrete Spur auf die Täter gab es jedoch bis gestern Abend nicht.