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Feuerwehren im Landkreis Neu-Ulm - Pressearchiv

mit freundlicher Genehmigung der
Illertisser Zeitung

25.01.2001

Zuerst ein Knall, dann steht der Stadel in Flammen

Landwirtschaftliches Gebäude am Rand von Osterberg brennt total nieder ­ Kripo: Es war Brandstiftung 

Osterberg (rp/bes).

Die Feuerteufel geben keine Ruhe: In der Nacht zum gestrigen Mittwoch ist am Ortsrand von Osterberg ein landwirtschaftlich genutzter Stadel in Flammen aufgegangen und niedergebrannt. In ihm waren Maschinen abgestellt und Tierfutter gelagert. Der Gesamtschaden wird auf zirka 500 000 Mark geschätzt. Menschen kamen nicht zu Schaden. Erneut handelt es sich nach Ansicht der Kriminalpolizei eindeutig Brandstiftung. Vom Täter fehlt wieder jede Spur. Im Raum der Verwaltungsgemeinschaft Altenstadt geht jetzt wieder die Angst um. Wo wird es als nächstes brennen?, fragt man sich. Im Herbst vergangenen Jahres hatten zwei unbewohnte Häuser in Kellmünz und mitten in Altenstadt in Flammen gestanden. Anfang diesen Jahres war ein Pkw angezündet worden. In diesen Fällen fehlt von dem oder den Tätern bislang jede Spur. Den Urheber eines Stadelbrandes vergangenen Dezember, bei dem sich Vergleiche mit Osterberg aufdrängen, hatte die Polizei allerdings ermitteln können. Es handelte sich um einen 13- Jährigen, der aber laut Kripo für das Stadelfeuer in Osterberg auf keinen Fall in Frage komme. Den Brand muss jemand anders gelegt haben, wissen die Beamten. Im Dorf hatte sich die Vermutung, bei dem Feuer könnte jemand nachgeholfen haben, schon in der Nacht verbreitet. Ein am Ortsrand wohnender Augenzeuge hatte der Feuerwehr berichtet, er sei gegen 23 Uhr in der Nähe des Stadels vorbeigefahren und habe nichts bemerkt. Zu Hause angekommen, sei er drei Mal von einem explosionsartigen Knall hochgeschreckt worden. Er habe hinausgeschaut und gesehen, wie der vom Stadel an allen Ecken lichterloh in Flammen stand. Das Gebäude stand etwa 500 Meter vom östlichen Ortsrand Osterbergs entfernt. Nicht zu übersehen Auch im Ort war der Feuerschein trotz fortgeschrittener Stunde bald nicht mehr zu übersehen. Meterhoch schlugen die Flammen aus dem Dach des Stadels. Mehrere Anrufe gingen bei der Feuerwehr ein. Alarm wurde ausgelöst. Einige Bürger befanden sich auf dem Heimweg, denn gerade war die Gemeinderatssitzung zu Ende gegangen. Unter ihnen befand sich offenbar auch der Landwirt, dem der Stadel gehört. Er hatte die Sitzung der Räte als Zuhörer verfolgt. Es war unter anderem über das Wasserschutzgebiet debattiert worden, in dem sich auch der Stadel befand. Als die Feuerwehren aus Osterberg, Kellmünz, Altenstadt und Illertissen am Brandort eintrafen, war nichts mehr zu retten. Der 35 auf 13 Meter große Stadel brannte schon zu lange und an allen Seiten. Die Flammen hatten sowohl das Gebäude als auch die darin abgestellten Maschinen und insbesondere die Stroh- , Heu- und Kopsballen erfasst. Der Wert der Maschinen und des Futters wird auf die Hälfte des Gesamtschadens geschätzt, also zirka 250 000 Mark. Weil sich das Gebäude im Wasserschutzgebiet befand, entschlossen sich die Feuerwehren, es kontrolliert abbrennen zu lassen. "Gepresste Strohballen kann man nicht mit Wasser löschen. Man muss Schaum einsetzten. Das wollten wir im Wasserschutzgebiet vermeiden", erläuterte gestern Kreisbrandmeister Dr. Bernhard Schmidt gegenüber der IZ. Die Wehren legten Löschwasserleitungen nur für den Fall, dass die Flammen übergreifen sollten. Aber in unmittelbarer Nähe befindet sich kein anderes Gebäude. Als die Kripo Neu- Ulm am nächsten Tag unter die Lupe nahmen, was das Feuer übrig gelassen hatte und die Umstände des Brandes beleuchtete, stand das Ergebnis sehr schnell fest: Brandstiftung. "Es gab in dem Stadel kein Wasser, keinen Strom, Blitzschlag ist auch auszuschließen und gearbeitet wurde darin auch nicht mehr. Also kann nur Brandstiftung in Frage kommen", lautet das erste Ergebnis der Polizeibeamten aus Neu- Ulm. Spuren haben sie am Brandort nicht gefunden und hoffen jetzt, vielleicht den einen oder anderen Hinweis aus der Bevölkerung zu erhalten.