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Feuerwehren im Landkreis Neu-Ulm - Pressearchiv

mit freundlicher Genehmigung der
Illertisser Zeitung

Montag, 05. März 2001

Ein neuer Helm für den "Neuen" 

Alfred Raible zum Kreisbrandrat ernannt ­ Dank an Vorgänger Walter Bestle 

Von unserem Mitarbeiter Wilhelm Schmid 

Illertissen 
"Heute merkt jeder, dass es eine besondere Veranstaltung ist." So
eröffnete Landrat Erich Josef Geßner sein Grußwort zur
Kommandantenversammlung der Freiwilligen Feuerwehren des
Landkreises Neu- Ulm in der Illertisser "Historischen Schranne" und er
nahm damit Bezug auf den "denkwürdigen Tag", der mit dem 3. März
2001 für die Landkreisfeuerwehren gekommen war. 
Nach mehr als zehn Jahren im Amt des Kreisbrandrates und
Jahrzehnten in zahlreichen Funktionen im Dienst der Feuerwehr
übergab Walter Bestle, Weißenhorn, die Amtsgeschäfte des
Kreisbrandrates und des Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzenden fünf Tage
vor seinem 63. Geburtstag an seinen vor kurzem mit überwältigender
Mehrheit gewählten Nachfolger Alfred Raible. 

Symbolisch vollzog Bestle diesen historischen Wechsel durch die
Überreichung der Amtsinsignien des Kreisbrandrates: Helm mit vier
roten Streifen und Überwurfweste mit der Kennzeichnung des
"Örtlichen Einsatzleiters" für die Einsatzkleidung sowie
Dienstgradabzeichen mit vier goldenen Ärmelstreifen für die Uniform.
Walter Bestle verband damit alle guten Wünsche für Alfred Raible, der
in seiner Antrittsrede davon ausging, dass "keine leichte Aufgabe vor
mir und keine leichte Zeit vor unseren Feuerwehren liegt". 

Beim Personal Anlass zur Sorge 
Er belegte dies durch zahlreiche Argumente: Die Finanzmittel würden
weniger, der Personalstand, besonders tagsüber, gebe mancherorts
Anlass zur Sorge, das "von vielen Politikern in Sonntagsreden
gepriesene Ehrenamt hat lange nicht die Anerkennung, wie man es
gerne darstellt", und die Abkömmlichkeit vom Arbeitsplatz stelle für
zahlreiche Feuerwehrleute ein echtes Problem dar. Besonderer Dank
Raibles galt hier gleich Landrat Geßner, der als erster Politiker Bayerns
in der Frage der Sozialversicherungspflicht aktiv geworden sei. 

Der neue Kreisbrandrat gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass es
gelingen möge, die neue "Integrierte Leitstelle" nach Neu- Ulm zu
bekommen, weil dort seiner Überzeugung zufolge "die besten
personellen und infrastrukturellen Voraussetzungen" gegeben seien.
Als seine Hauptaufgabe bezeichnete es Raible, "den hohen
Leistungsstand der Feuerwehren zu erhalten und womöglich noch zu
steigern". In diesem Zusammenhang betonte er die Bedeutung der
kleinen Ortsfeuerwehren: Diese, so der neue Kreisbrandrat, müssten
unbedingt erhalten bleiben, denn sie seien stets als erste an der
Einsatzstelle, verfügten über die nötige Ortskenntnis und müssten bei
größeren Einsätzen die unverzichtbaren Nacharbeiten übernehmen. 

Ferner seien sie als einzige in der Lage, bei großen
Schadensereignissen wie Hochwasser oder Sturmschäden die dringend
erforderliche Personalreserve zu stellen. Überdies dürfe der
gesellschaftliche Wert der kleinen Feuerwehren nicht vergessen
werden, denn "wo geht ein Bürgermeister hin, wenn er schnell ein paar
Leute braucht, die zupacken können - zur Feuerwehr". 

Gute Zusammenarbeit 
Als erste Amtshandlung ernannte der neue Kreisbrandrat die
Führungskräfte für den Landkreis Neu- Ulm (siehe eigener Bericht) und
versicherte allen Feuerwehren seine Bereitschaft zu guter
Zusammenarbeit, sei es im Einsatz- und Übungsbetrieb oder auch bei
den zahlreich anstehenden Inspektionen und gesellschaftlichen
Veranstaltungen. Mit Dankesworten an seinen Amtsvorgänger Walter
Bestle, der das Feuerwehrwesen im Landkreis Neu- Ulm und weit
darüber hinaus jahrzehntelang geprägt habe, und dem Hinweis, dass
dieser im Rahmen einer besonderen Feier am 4. Mai dieses Jahres in
Weißenhorn verabschiedet werde, beschloss Kreisbrandrat Alfred
Raible die Versammlung.