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Feuerwehren im Landkreis Neu-Ulm - Pressearchiv

mit freundlicher Genehmigung der
Südwest-Presse

               Montag, 26.März 2001


vereine / Weißenhorner Feuerwehr hatte unspektakuläres Jahr 2000

Firmen geben Männern ungern frei

Für die Weißenhorner Feuerwehr war 2000 ein unspektakuläres Jahr. Positiv: Die Feuerwehrleute bekommen keine kalten Füße mehr. Der Weißenhorner Feuerwehrverein hat für sie neue Stiefel angeschafft. Lob gab es vom Vertrauensmann der Mannschaft, Matthias Bestle.

WERNER GALLBRONNER

weissenhorn· Der Abschied auf Raten von Walter Bestle geht weiter. Ende April wird er nach 32 Jahren als hauptamtlicher Gerätewart der Feuerwehr Weißenhorn aus dem Dienst der Stadt ausscheiden. Das teilte Bestle am Freitag in der Jahreshauptversammlung des Weißenhorner Feuerwehrvereins mit. Sein Nachfolger als hauptamtlicher Gerätewart wird Feuerwehrkommandant Wilhelm Schneider.

Bestle, Vorsitzender des Feuerwehrvereins, ist vor wenigen Wochen als Kreisbrandrat, also als oberster Feuerwehrmann im Landkreis Neu-Ulm, von Alfred Raible abgelöst worden. Die offizielle Verabschiedung findet am 4. Mai statt. Die Weißenhorner Wehrleute dankten ihrem Vorsitzenden schon am Freitag mit einem Präsent.

Die Anzahl der Einsätze der Weißenhorner Wehr ist in 2000 auf 328 (Vorjahr 497) gesunken, sagte Kommandant Schneider in seinem Jahresbericht. Gleich geblieben ist die Zahl der Verkehrsunfälle (10), zu denen die Wehr ausrücken musste. Die Zahl der Fehlalarme ist von 24 auf 31 gestiegen. Zu elf (18) Bränden wurden die Helfer gerufen, zu 68 (133) technischen Hilfeleistungen und zu 132 (219) Notarztfahrdiensten. Fünfmal (2) wurde nachalarmiert, und 71 (91) Sicherheitswachen stellte die Wehr, hauptsächlich im Historischen Stadttheater. Insgesamt leisteten die Frauen und Männer 10910 Stunden freiwilligen Dienst. Den Übungs- und Ausbildungsbesuch (60 Prozent) bezeichnete Schneider als gut.

Der Feuerwehrverein beschaffte der Wehr 58 Paar Lederschnürstiefel im Wert von knapp 13900 Mark, gemeinsam mit der Stadt kaufte der Verein außerdem neue Stühle im Unterrichtssraum. Die Stadt schaffte für die Wehr ein Tanklöschfahrzeug TLF 16/25 an, zehn Schutzanzüge Bayern 2000, 20 Überjacken und fünf Handsprechfunkgeräte.

68 aktive Feuerwehrleute

161 Mitglieder hat die Feuerwehr, 68 davon sind aktiv, vier kümmern sich um Innendienst und Notfallseelsorge, neun sind in der Jugendgruppe tätig. Von der aktiven Mannschaft ist knapp die Hälfte am Ort beschäftigt, sagte der Kommandant. Diese Wehrleute stünden tagsüber zur Verfügung. ¸¸Es wird aber immer schwieriger, dass ihre Arbeitgeber sie für Einsätze freistellen.''

Letzteres bemängelte auch Vorsitzender Bestle. Dies sei nirgendwo so schlimm wie in Deutschland, was durch Zahlen belegt werden könne. ¸¸Wir müssen bei den Arbeitgebern werben, dass sie die Feuerwehrler freistellen.'' Walter Bestles düstere Vorstellung: ¸¸Wir werden zu einem Einsatz gerufen, und keiner kann kommen, um zu helfen.''

Bürgermeister Heinz Berchtenbreiter sagte, die Ausrüstung der Feuerwehr sei auf dem neuesten Stand. ¸¸Ich weiß, dass es tagsüber bei der Bereitstellung des Personals klemmt.'' Doch zum Glück habe es im vergangenen Jahr keine spektakulären Einsätze gegeben.

Die Mannschaft sei zufrieden, berichtete Vertrauensmann Matthias Bestle. Das liege wohl auch an den neuen Stiefeln. Keiner könne mehr über kalte Füße klagen. Bei den Wahlen wurden der Schriftführer Horst Baier und die Vertrauensmänner Thomas Kuhn und Matthias Bestle in ihren Ämtern bestätigt.

Hans Frieder Siebentritt, unter anderem lange Jahre Weißenhorner Jugendwart und Kreisjugendwart, wurde nach 33 Jahren aus dem aktiven Dienst verabschiedet. Walter Bestle überreichte ihm eine Urkunde. Jürgen und Uwe Kunze wurden für 20 Jahre aktiven Dienst geehrt, letzterer wurde zum Löschmeister befördert. Oberfeuerwehrmann sind seit Freitag Markus Kohler und Matthias Rafensteiner, die seit zehn Jahren Dienst tun.