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Feuerwehren im Landkreis Neu-Ulm - Pressearchiv

mit freundlicher Genehmigung der
Südwest-Presse

               Montag, 19.Februar 2001
sicherheit / Freiwillige Feuerwehr Senden hat Erfolg mit Pilotprojekt

Ersthelfer als Lebensretter

118 Einsätze im Jahr 2000 - Enormer Zuwachs bei der Jugend

Obwohl erst seit knapp sieben Monaten im Einsatz, haben sich die Ersthelfer der Freiwilligen Feuerwehr Senden als wichtige Unterstützung des Rettungsdienstes einen Namen gemacht. 118Mal rückten sie im Jahr 2000 aus, hiess es in der Versammlung der Feuerwehr.

CLAUDIA SCHÄFER

senden· Einem Feuerwehrmann, der schneller am Notfallort sein konnte als der teils aus umliegenden Orten anfahrende Rettungsdienst, verdankten bereits einige Sendener Leben und Gesundheit, sagte Edgar Hidde, der bei der Freiwilligen Feuerwehr Senden das First-Responder-Pilotprojekt lei-tet. Durchschnittlich fünf Minuten schneller könne Menschen in Not dank der First Responder geholfen werden, so Hidde stolz.

¸¸Rettungsrambos'' seien die First Responder aber keineswegs, sondern in einer 118 Stunden dauernden Ausbildung geschulte Ersthelfer mit ¸¸gutem Equipment": Ihnen stünden seit einiger Zeit ein eigenes, durch Spenden und Eigenmittel finanziertes Fahrzeug und ein Defibrillator zur Verfügung. Als Konkurrenz zu den ¸¸Profis'' vom Rettungsdienst sieht Hidde die Feuerwehrleute nicht, aber als ¸¸wichtigen Teil der Rettungskette''. Für die Zukunft kündigte Hidde eine enge Zusammenarbeit der First Responder mit dem Sendener Ortsverband des Roten Kreuzes an.

Immerhin 28 Prozent der insgesamt 416 Einsätze entfielen im Jahr 2000 auf die First Responder. Während es bei den Einsätzen, wie schon in den Vorjahren, selten um die Brandbekämpfung ging - im Jahr 2000 gerade 27 Mal - machten die 209technischen Hilfeleistungen das Gros der Einsätze aus.

Erneut bescherte im Jahr 2000 das Illerhochwasser den Feuerwehrleuten einige arbeitsreiche Stunden. Anfang August mussten die Helfer im Bereich der Illersäge einen Damm aufschütten, als der Fluss dort über die Ufer trat. Die ei-lends aufgeschüttete Barriere sei inzwischen sogar vom Wasserwirtschaftsamt als sinnvolle Maßnahme gelobt worden, sagte der Vorsitzende des Feuerwehrvereins, Erwin Rogg. Sein Sohn Helmut, Kommandant der Feuerwehr, erneuerte seine Forderung nach einem weiteren Pegel zwischen Kempten und Senden.

1000 Stunden mehr als 1999

Über 17500 Arbeitsstunden ha-ben die Sendener Feuerwehrleute im vergangenen Jahr freiwillig geleistet, über 1000 mehr als 1999. Über 4100 Stunden standen die First Responder bereit, rund 4700 Stunden wurden in Übung und Ausbildung investiert.

Besonders kümmerte sich die Feuerwehr um den Nachwuchs: Nach einer Werbeaktion wuchs die Zahl der Jugendfeuerwehrleute von sieben auf 20.

Und auch der vorbeugende Brandschutz kam nicht zu kurz: Schulklassen und Kindergartengruppen durften den Feuerwehrleuten immer wieder über die Schul-ter schauen.

Insgesamt also kann die Stadt Senden ¸¸stolz auf ihre Feuerwehr sein'', sagte Bürgermeister Kurt Baiker den Wehrmännern. Ohne die ¸¸beeindruckende Gemeinschaft''der Feuerwehr sei die ¸¸Stadt Senden hilflos'', betonte Baiker.

¸¸Teil des Rückgrats unserer Stadt''nannte Baiker den 60-jährigen Johann Lehner, der nach 42 Jahren aus dem aktiven Dienst ausgeschieden ist. Für seine Verdienste wurde Lehner zum Ehrenbrandmeister ernannt und bekam eine Ukunde und ein Präsent der Stadt.

Einige jüngere Kollegen Lehners wurden befördert: Lars Gemmi, Marcus Gindler, Oliver Kräß und Andreas Ried sind nun Oberfeuerwehrmänner; Nils Brehm, Martin Maslowski und Monika Walter Hauptfeuerwehrmänner (bzw. -¸¸frauen"). Zum Löschmeister wurden Markus Reindl und Marc Steglich ernannt.