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Kreisfeuerwehrverband Neu-Ulm

Online Berichte

Mit freundlicher Genehmigung der
Illertisser Zeitung

17.10.2010

Cognis Illertissen: Übung Gefahrgutunfall

Seit 445 Tagen unfallfrei

Von Anja Schuster (Illertisser Zeitung)

Freitagabend auf dem Gelände der Firma Cognis in Illertissen: Werksfeuerwehr und die Freiwillige städtische Wehr üben gemeinsam die Bewältigung eines Ernstfalles. Foto: ajp

Illertissen Es war 19.20 Uhr am Freitagabend, als auf dem Cognis-Werksgelände in Illertissen der Alarm losschlug - eine Übung für die Werksfeuerwehr, in die auch die Freiwillige Feuerwehr Illertissen mit einbezogen wurde. „Unser Übungsszenario geht davon aus, dass ein mit Containern beladener Lastwagen umgestürzt ist und nun eine unbekannte Flüssigkeit ausläuft“, sagt Werkleiter Dr. Andreas Heidbreder. Zudem sei angenommen, dass zwei Mitarbeiter bei dem Unfall verletzt wurden.

Einmal im Jahr, so die Vorschrift, muss das Werk eine solche Alarmübung abhalten. „Dieses Mal möchte ich die etwas jüngeren Mitarbeiter üben lassen, ich bin nur als Beobachter hier“, sagt Heidbreder. Neben der eigentlichen Unfallbehebung sei ihm auch wichtig zu sehen, wie schnell die Werkeinsatzleitung die Informationen über den Unfall weiterleite und ob die Kommunikation zwischen den einzelnen Beteiligten passe. „Im Ernstfall werden alle Anrufe zum Krisenmanagement umgeleitet“, sagt Heidbreder. Dann gehört es auch zur Tagesordnung, dass die Werkeinsatzleitung einer besorgten Ehefrau, einem neugierigen Nachbarn oder der Presse Auskunft geben muss. Um diese Annahme so real wie möglich nachzustellen, simuliert eine Cognis-Mitarbeiterin diese Anrufe vom Büro aus.

An oberster Stelle steht die Rettung von Menschenleben

Bei der Unfallbergung geht es geordnet zu. „Als Erstes wird der Brandschutz sichergestellt und die Erstmaßnahmen werden eingeleitet“, erklärt der Leiter der Werkfeuerwehr Michael Staudenhechtl. An oberster Stelle stehe die Rettung von Menschenleben, erst dann die Schadensbegrenzung.

Zu Anfang immer mit Spezialausrüstung

Nachdem die beiden Verletzten, die mit dem auslaufenden Stoff in Berührung gekommen waren und sich dabei diverse Verätzungen zugezogen hatten, abtransportiert waren, ging es an die weitere Behebung des Unfalls. „Am Anfang kommt die Feuerwehr immer mit einer Spezialausrüstung, weil sie noch nicht weiß, mit welchem Stoff sie es zu tun hat“, sagt Heidbreder. Zudem werden die Löschfahrzeuge nach dem Wind aufgestellt. Wichtig sei vor allem, dass genug Licht für die Rettungskräfte vorhanden sei, so Heidbreder. Sollte tatsächlich mal ein giftiger Stoff auslaufen, wird das sogenannte TUIS-Notfallsystem für Chemieunfälle benachrichtigt. „Darüber sind wir mit anderen Unternehmen der Chemieindustrie vernetzt und kommen so zum Beispiel schneller an Stoffinformationen“, sagt Heidbreder. Insgesamt rechnet der Werkleiter mit zwei Stunden, bis der Einsatz erledigt ist.

Zwar bedeutet eine solche Übung am Freitagabend, die Mitarbeiter aus dem Wochenende zu holen, doch die regelmäßige Übung zahlt sich aus. Auf einer großen Tafel am Eingang steht die Anzahl der Tage, seit denen das Unternehmen unfallfrei ist. Am vergangenen Freitag waren es 445.


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