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Kreisfeuerwehrverband Neu-Ulm

Online Berichte

Mit freundlicher Genehmigung der
Neu-Ulmer Zeitung

19.08.2010

Elchingen: A8: Geisterfahrer stirbt bei Unfall

Geisterfahrer stirbt bei Unfall

Elchingen Ein Geisterfahrer hat gestern auf der Autobahn 8 bei Oberelchingen einen Unfall verursacht und ist dabei getötet worden. Offenbar handelt es sich bei dem Getöteten um einen 18-Jährigen aus München. Er war mit seinem Wagen auf die Gegenfahrbahn geraten und frontal mit einem Lastwagen aus Holland zusammengestoßen. Dessen 33-jähriger Fahrer erlitt leichte Verletzungen und einen Schock. vergrössern

Völlig zerstört wurde der Wagen des Geisterfahrers beim Zusammenstoß mit einem Lastwagen. Fotos: Wilhelm Schmid

Gegen 8.15 Uhr hatte die Polizei die Mitteilung erhalten, dass zwischen der Anschlussstelle Ulm-Ost und Oberelchingen ein Falschfahrer in Richtung München auf der Richtungsfahrbahn Stuttgart unterwegs sei. Eine Minute später war es bereits geschehen: Etwa hundert Meter vor der Ausfahrt Oberelchingen in Fahrtrichtung Stuttgart war der Falschfahrer frontal gegen einen entgegenkommenden Lastzug geprallt. Der Audi hatte sich fast in voller Länge unter den holländischen Sattelzug geschoben und war so darunter verkeilt, dass ein Zugang erst nach dem Einsatz schwerer Bergungsgeräte möglich war. Die Feuerwehren aus Ober- und Unterelchingen sowie aus Langenau und Ulm übernahmen die Absicherung der Unfallstelle sowie die Bergungsarbeiten.

Das Auto war derart zerstört, dass zunächst nicht feststand, ob sich der Fahrer allein im Wagen befand. Erst später wurde klar, dass es keine Mitfahrer gab. Probleme bereitete allerdings die Identifizierung des getöteten Fahrers. Aufgrund von Papieren, die im Wagen gefunden wurden, ging die Polizei zunächst davon aus, dass es sich um den 18 Jahre alten Besitzer des Audis handelt. Eine DNA-Analyse soll endgültige Klarheit bringen.

Lastwagenfahrer verletzt und unter Schock

Der 33-jährige Lastwagenfahrer aus den Niederlanden hatte Schnittverletzungen an der Hand und einen Schock erlitten und wurde vom Rettungsdienst in eine Ulmer Klinik eingeliefert. Der Sachschaden an beiden Fahrzeugen wird auf rund 100 000 Euro geschätzt. Warum der Audi auf die Gegenfahrbahn geriet, ist derzeit noch unklar. Die Polizei konnte zu den möglichen Gründen gestern keine Angaben machen. Offenbar war der Fahrer etwa zwei Kilometer auf der falschen Fahrbahn unterwegs, bevor es zu dem Zusammenprall etwa 100 Meter vor der Ausfahrt Oberelchingen kam. Auf der Autobahn hatte sich der Verkehr infolge der Totalsperrung in Richtung Stuttgart bis hinter die Einfahrt Günzburg zurückgestaut, wobei es auch hier immer wieder zu gefährlichen Situationen kam, weil einzelne Fahrzeuge im Stau wendeten und die Autobahn an der Ausfahrt verlassen wollten. Im Bereich des Autobahnkreuzes Ulm-Elchingen wurde sogar ein ausländischer Lastwagen erwischt, als er wendete, um dem Stau auszuweichen. Gegen 10.40 Uhr kam es auf der Fahrbahn Richtung München in Höhe der ersten Unfallstelle ebenfalls zu einem Unfall, nachdem sich bereits zuvor mehrere Beinahe-Unfälle durch plötzlich abbremsende Autofahrer ereignet hatten.

Weiterer Zusammenstoß mit drei Verletzten

Eine 65-jährige Frau aus München fuhr mit ihrem VW Polo auf einen vorausfahrenden Mercedes auf. Sowohl die Unfallverursacherin als auch die Mercedes-Insassen, ein 54-jähriger Mann aus Essen und eine gleichaltrige Frau, wurden mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. An beiden Fahrzeugen entstand ein Sachschaden in Höhe von 13 000 Euro. Der linke Fahrstreifen in Richtung Stuttgart war deshalb ebenfalls bis 11.35 Uhr gesperrt, sodass es auch in dieser Richtung zu Stauungen kam. Die Spurensicherung, die Bergung des Unfall-Lkws und die Aufnahme von ausgelaufenem Öl sowie die Säuberung der Fahrbahn zogen sich über mehrere Stunden hin, sodass die drei Fahrspuren in Richtung Stuttgart erst kurz vor 13 Uhr wieder freigegeben werden konnten. (wis)


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