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Kreisfeuerwehrverband Neu-Ulm

Online Berichte

Mit freundlicher Genehmigung der
Illertisser Zeitung

27.05.2009

Unwetterschäden im Landkreis Neu-Ulm

Unwetter fegt über den Landkreis hinweg

Von Luzia Riedhammer und Alf Geiger (Illertisser Zeitung)

Landkreis Eine kurze, aber heftige Gewitterfront hat gestern am frühen Abend eine Spur der Verwüstung im Landkreis hinterlassen. Gegen 18 Uhr mussten nahezu alle verfügbaren Feuerwehrkräfte alarmiert werden und rückten an vielen Stellen an, um umgestürzte Bäume zu beseitigen, vollgelaufene Keller leer zu pumpen und überflutete Straßen von Geröll und Unrat zu befreien. Besonders auf der A7 behinderten herumliegende Äste die Autofahrer. Laut Polizei waren bis gestern Abend aber keine Personenschäden bekannt. Insgesamt mussten die Retter 76 Mal ausrücken, Kreisbrandrat Alfred Raible hatte alle Hände voll zu tun, um die Einsätze von insgesamt 21 Ortsfeuerwehren zu koordinieren.

Gegen 17 Uhr begann sich der Himmel über dem gesamten Landkreis zu verdunkeln, von Westen zog eine düstere Gewitterfront auf. Wenig später schien der Tag zur Nacht zu werden, so sehr verdunkelte sich der Himmel. Schwerer Regen setzte ein, der Wind peitschte in Orkanstärke über das Land und knickte zahlreiche Bäume im ganzen Landkreis um wie Streichhölzer.

Im Altenstadter Ortsteil Illereichen fiel eine Esche auf eine Stromleitung und durchtrennte sie. Die Folge: Illereichen war ohne Wasser, weil unter anderem das Pumpwerk nicht mehr mit Strom versorgt wurde. In Oberroth und in Altenstadt stürzten ebenso wie in Illertissen Bäume über die Straßen, in Jedesheim wurde eine Unterführung überschwemmt. In Illereichen musste die Feuerwehr einen Keller auspumpen, in einem Illertisser Baumarkt ging eine Fensterscheibe zu Bruch.

In Bellenberg sorgten vor allem umgestürzte Bäume und abgedeckte Dächer für Arbeit, ebenso in Vöhringen, Illerzell und Illerberg. Allein im Stadtgebiet Vöhringen knickten rund zehn Bäume um. Ein Baum war in den Illerkanal gestürzt, das Technische Hilfswerk musste mit schwerem Räumgerät anrücken, weil sich das Wasser beim Kraftwerk an der Ölmühle gestaut hatte. In die Marienkirche und ins Cardijn-Haus drang durch den Starkregen etwas Wasser ein.

In Senden knickte der Gewittersturm nicht nur den Maibaum , sondern auch einen Baum bei der Engelhart-Schule, der das Schuldach erheblich beschädigte. Der Sturm sorgte noch für einen ungewöhnlichen Einsatz: Die zur Abholung bereitgelegten „Gelben Säcke“ wurden durch die gesamte Innenstadt geblasen und mussten mühsam wieder eingesammelt werden. In Witzighausen, Holzheim, Pfaffenhofen und Neu-Ulm musste die Feuerwehr mehrere umgestürzte Bäume beseitigen, abgedeckte Dächer sichern und umgestürzte Bauzäune sichern.

Heftig wütete das Gewitter auch in Weißenhorn, wo mehrere Bäume umstürzten. In Attenhofen wurde nicht nur der Maibaum geknickt, auch eine riesige Pappel fiel dem Sturm zum Opfer „Ich sah nur Äste an den Fenstern vorbeifliegen und hörte einen Riesenknall. Die Nachbarn sagten, es sei eine Art Feuer- oder Blitzwalze auf mein Haus zugekommen. Vielleicht hat die umgestürzte Pappel noch größeres Unheil abgewendet“, steht Anna Schweigart fassungslos vor der umgestürzten Baumriesen, der ihr Haus bedeckt.

Glimpflich kam die Region um Babenhausen davon. Lediglich einen Baum bei Kellmünz musste die Feuerwehr von der Straße räumen, in Olgishofen war zwei Stunden lang der Strom weg.


Mit diesem Bericht verknüpfte Feuerwehren
Altenstadt  
Attenhofen  
Bellenberg  
Holzheim  
Illerberg-Thal  
Illereichen  
Illertissen  
Illerzell  
Jedesheim  
Kellmünz  
Neu-Ulm LZ1  
Oberroth  
Pfaffenhofen  
Senden  
Vöhringen  
Weißenhorn  
Witzighausen