Eine
Modeschau der
Sicherheit
oder
Kleider machen
Feuerwehrleute
Unsere Gesellschaft entwickelt sich
rasant. Gerade in den
letzten Jahrzehnten brachten neue Technologien und neue Werkstoffe
Wohlstand und einen
ständig steigenden Lebensstandard. Damit unabtrennbar verbunden
ist aber auch eine
Zunahme von Transporten auf allen Verkehrswegen und durch die
Entwicklung neuer
Kunststoffe und anderer Materialien ein erhöhtes Grundrisiko in
der Produktion.
Dadurch nehmen wiederum
Verkehrsunfälle oder Störfälle
in Industriebetrieben zu. Das heißt: Mehr Arbeit für die
Feuerwehren, die der
Gesetzgeber als kompetente Hilfe bei Gefahren aller Art für Leib
und Leben oder für
bedeutende Sachwerte geschaffen hat. Die steigenden Einsatzzahlen und
die Auffächerung
der Aufgabengebiete für die Feuerwehr, die in nahezu allen
Fällen eingesetzt werden
kann, hat auch die Gefahren für der Feuerwehrleute im Einsatz
steigen lassen. Dieser
Tatsache wird durch eine gezielte und auf die Gefährdung
zugeschnittene Schutzkleidung
Rechnung getragen. Unlängst wurde eine neue Generation der
Schutzkleidung in Bayern, der
sogenannte +Bayern 2000* eingeführt. Davon und von anderen
+Kleidern* berichtet der
folgende Artikel.
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Bayern 2000 |
Der neue Schutzanzug +Bayern 2000* ist die Grundkleidung aller Feuerwehrleute in Bayern. Er ist zertifiziert: Das heißt alle Hersteller stellen einen gleichwertigen Anzug her, dessen Anforderungen festgelegt und überprüft werden. Er besteht aus einem unbrennbaren Material, ist gegen Witterungseinflüsse ausgerüstet und mit einem wasserdichten Schulterbereich versehen. Die reflektierenden und bei Dunkelheit nachleuchtenden Streifen garantieren eine optimale Sicherheit der Feuerwehrleute. Die Feuerwehrsicherheitsstiefel, die dieser Feuerwehrmann trägt, sind unter anderem mit einer Stahlkappe und einer durchtrittsicheren und ölbeständigen Sohle ausgestattet. Die Spezial-Handschuhe bieten Schutz gegen Schnittverletzungen, Hitze und Kälte. Der Helm schützt vor herabfallenden Teilen aller Art, der Sicherheitsgurt dient der Selbstsicherung. Helm, Stiefel und Handschuhe gehören zur Grundausrüstung, die immer getragen werden muß. |
| Feuerwehr ohne Atemschutz ist heute undenkbar. Die Risiken, die die Feuerwehrleute zur Rettung von Menschenleben auf sich nehmen, sind enorm! Dieser Feuerwehrmann trägt daher einen Mantel, der ihn bei möglichen Explosionen oder Stichflammen gegen die Hitze schützt. Der genormte Mantel entspricht den europäischen Sicherheitsanforderungen, ist mit einem Hitze-Isolationsfutter ausgestattet und mit einer atmungsaktiven-wasserdichten Membrane ausgerüstet, die ihn vor Löschwasser im Innenangriff schützt, das durch das Gewebe dringen und schwere Verbrühungen verursachen könnte. Selbstverständlich ist der Mantel aus unbrennbarem Material. Der Mann trägt ein Atemschutzgerät, das ihn für ca. 30 Minuten von der Umgebungsluft unabhängig macht. Die Atemschutzmaske und die Hitzeschutzhaube, die er trägt, schützen ihn im Gesichtsbereich. |
Atemschutzgeräteträger |
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Hitzeschutzanzug |
Bei einem brennenden Tankzug oder einer leckgeschlagenen, in Brand geratenen Gasleitung entsteht eine enorme Strahlungshitze. Hierbei kommen metallbedampfte Anzüge verschiedenster Art zum Einsatz, die die Hitzestrahlung reflektieren und den Feuerwehrdienstleistenden schützen. Unter diesem Anzug wird ein Atemschutzgerät getragen. Dieser Feuerwehrmann hält ein Schaumrohr, mit dem sehr lockerer Löschschaum erzeugt werden kann, der zur Brandbekämpfung etwa von brennendem Kraftstoff Verwendung findet. |
Tagtäglich werden Chemikalien, Roh-, Halbfertig und Fertigprodukte transportiert. Sehr häufig kommt es beim Transport oder bei der Verarbeitung solcher "Gefählicher Güter", auch Gefahrgut genannt, zu Unfällen. Die Feuerwehr hält für solche Fälle Chemikalien-Vollschutzanzüge bereit. Diese Anzüge sind gas- und flüssigkeitsdicht und gegen die überwiegende Zahl von Stoffen, zumindest für eine gewisse Zeit, beständig. Zur Versorgung der Hilfskräfte mit Atemluft muß auch in diesem Schutzanzug ein Atemschutzgerät getragen werden. Die Ausatemluft wird in den Anzug entlassen, wo sie einen Überdruck aufbaut. Dieser Überdruck schützt den Feuerwehrdienstleistenden auch dann, wenn einsatzbedingt eine Beschädigung des Anzuges erfolgt. Mit der Außenwelt ist er über ein Funkgerät verbunden. Die körperliche Belastung ist in diesem Anzug besonders hoch, da die Temperatur stark ansteigt und die Beweglichkeit eingeschränkt ist. Um diesen physischen aber auch auftretenden psychischen Belastungen vorzubeugen, durchlaufen die Einsatzkräfte ein intensives Spezialtraining in und mit diesen Anzügen. |
Chemiekalien-Vollschutzanzug
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Kontaminations-Schutzanzug |
Atomenergie und Radioaktivität sind
in unserer Zeit Themen andauernder Diskussion. Die Vorhaltung einer
Strahlenschutzausrüstung bei der Feuerwehr ist in der Regel immer
dann vorgeschrieben, wenn in der Industrie mit radioaktiven Isotopen
umgegangen wird. Dabei sind vor allem Prüfstrahler im
Tiefbaugewerbe zur Lecksuche in Rohrleitungen, Dickenmessungen bei der
Folienherstellung oder vielfältige Anwendungen im
medizinisch-naturwissenschaftlichen Bereich zu nennen. Die
Strahlenschutzausrüstung schützt dennoch nicht vor der
Strahlung - dazu wären je nach Strahlungsart äußerst
dicke Bleiplatten nötig - sondern verfolgt zwei Ziele. Durch den
dichtschließenden Anzug mit Atemschutzgerät wird der
Hautkontakt mit und die Aufnahme in den Körper von strahlenden
Partikeln verhindert. Durch verschiedene Meß- und
Protokollierungsgeräte, die der vorgehende Trupp mitführen
muß, wird das Strahlungsniveau überwacht und die Stärke
der radioaktiven Quelle festgestellt. Alle weiteren Maßnahmen
richten sich nach den so ermittelten Meßergebnissen.
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Immer wieder wird die Feuerwehr gerufen, wenn Wespen oder Hornissen die Kreise des Menschen stören. Dabei muß jedoch bedacht werden, daß Wespen und Hornissen äußerst nützliche Tiere sind und vielfach - aus gutem Grunde - unter Naturschutz stehen. Die Feuerwehr darf daher nur dann aktiv werden, wenn Kleinkinder akut gefährdet sind oder eine sonstige, erhebliche und über ein zumutbares Maß hinausgehende Störung oder Gefahr vorliegt. In diesem Falle müssen natürlich auf die Feuerwehrleute entsprechend geschützt werden. Dies geschieht mit Anzügen, wie sie auch Imker verwenden. Dieser Schutz besteht wie im gezeigten Falle aus einer dichtschließenden Jacke mit einem sogenannten Schleier auf dem Kopf, der freie Sicht gewährt. |
Insektenschutzanzug
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Einsätze auf und an Gewässern
Die Aufgaben der Feuerwehr an und auf Gewässern sind vielfältig. Sie reichen von Rettungsmaßnahmen von Personen, vor allem im Winter bei der sogenannten Eisrettung, bis zu Bergungen von Gegenständen, die in Gewässern absolut nichts verloren haben: Von A wie Autos bis Z wie Zigarettenautomaten. Oft wird dabei die Unterstützung von Tauchern benötigt. Auch Boote der Feuerwehr kommen hierbei zum Einsatz. Das Personal an Bord und auch die Feuerwehrleute am Uferbereich tragen Schwimmwesten. Der abgebildete Feuerwehrmann trägt zudem Wathosen und hält eine schwimmfähige Leine. Bei Gewässereinsätzen wird kein Helm getragen. |
Gerade die Stürme der vergangenen Jahre, zuletzt +Lothar* an Weihnachten 1999, haben durch ihre Wucht Wälder verwüstet, Dächer abgedeckt und dadurch das öffentliche und private Leben vieler Orts lahmgelegt. Die Feuerwehr hat dann immer alle Hände voll zu tun. Ein optimaler Schutz bei den gefährlichen Aufräumarbeiten an dem meist unter Spannung stehenden Sturmholz ist daher unerläßlich! Die Feuerwehrleute, die an den Kettensägen eingesetzt werden, tragen sogenannte Schnittschutzanzüge und einen Helm, der die Augen und das Gehör schützt. Die Hosen dieser Spezialanzüge, sie werden auch von Waldarbeitern getragen, sind mit einem Flies aus extrem langen Kunststoffasern gepolstert. Sägt sich der Motorsägenführer ins Bein, so durchtrennt die Sägenkette in Sekundenbruchteilen den Deckstoff und zieht die Fasern heraus. Diese wickeln sich ebenfalls in Bruchteilen einer Sekunde um den Antriebsmechanismus und setzen diesen fest, die Säge stoppt augenblicklich. |
Schnittschutzanzug![]() |
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