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Feuerwehren im Landkreis Neu-Ulm - Pressearchiv

mit freundlicher Genehmigung der
Neu-Ulmer Zeitung
05. April 2003

Kommandant bleibt der Linie treu

Neu-Ulmer Feuerwehr möchte Stephan Rudolph behalten: Merk: „Bleiben Sie in der Stadt“ Neu-Ulm (maym).

Die Neu-Ulmer Feuerwehrleute zeigen sich solidarisch: in einer Unterschriftenaktion fordern sie, dass ihr Kommandant Stephan Rudolph bleibt. Rudolph möchte zur Landesfeuerwehrschule nach Geretsried wechseln, um dort die Arbeitsgruppe Lehrleitstelle zu übernehmen. Auch Neu-Ulms Oberbürgermeisterin, Dr. Beate Merk, bat ihren Kommandanten, in der Stadt zu bleiben.

Merk zeigte sich bei der Dienst- und Jahreshauptversammlung in Ludwigsfeld äußerst betrübt über die Entscheidung von Stephan Rudolph, seinen Posten niederzulegen. „So viel Solidarität erlebt man heute selten“, sagte Merk, nachdem der stellvertretende Kommandant, Ulf Bloching, bekannt gegeben hatte, dass sich fast alle Neu-Ulmer Feuerwehrleute in einer Unterschriftenaktion für ein Verbleiben von Stephan Rudolph in seinem Amt ausgesprochen hatten. Merk möchte die Hoffnung nicht aufgeben, Rudolph umstimmen zu können: „Vielleicht können wir sie doch noch hier behalten.“

(K)eine Zukunft ohne Rudolph?

Auch Stadtbrandmeister Ulf Bloching will sich dem Willen seines Chefs nicht so ohne weiteres beugen: „Wir können dein Weggehen nicht einfach so hinnehmen“, sagte er in Richtung Rudolph, der die Vertrauensbeweise sichtlich bewegt entgegen nahm. Es seien nicht nur die Feuerwehrleute, sondern auch viele Organisationen und Behörden, die über seine Entscheidung unglücklich seien, sagte Bloching. Wie es mit der Neu-Ulmer Feuerwehr ohne Rudolph weitergehen soll, sei unklar: „Ich sehe der Zukunft der Feuerwehr kritisch entgegen“, orakelte Bloching. Rudolph sei für die Wehr ein „Prototyp und Vorreiter“ gewesen. „Du wirst eine nicht zu schließende Lücke bei uns hinterlassen“, sagte der stellvertretende Kommandant. Rudolph bedankte sich sichtlich bewegt für die Lobreden, es sei eine Bestätigung für seine Arbeit. Der Neu-Ulmer Komandant fühlte sich in einen Zwiespalt der Gefühle versetzt: es sei für ihn nun schwieriger geworden sei, eine Entscheidung zu treffen, sagte er vor etwa 300 Anwesenden. Fast der gesamte Neu-Ulmer Stadtrat war zu der Jahreshauptversammlung erschienen, die ganz im Schatten des geplanten Wegganges von Rudolph stand.

Truppe und Seele geformt

Trotz allem lies Rudolph wenig Zweifel daran aufkommen, sein neues Amt anzutreten. „Eine wichtige Eigenschaft einer jeden Führungskraft ist es, geradlinig zu sein“, sagte der 36-Jährige. Aber, so gab er gegen Ende seiner Ansprache zu bedenken, habe nicht nur er die Neu-Ulmer Feuerwehr in schwierigen Zeiten zu einer schlagkräftigen Truppe geformt, sondern auch die Mannschaft habe seine „Seele geprägt und eine Spur hinterlassen, die nie ganz verweht“.

05.04.2003